Samstag, 29. Dezember 2012

Off with their heads!



Nach einigen sehnsüchtigen Tagen, an denen ich an nichts anderes außer einen Photoshoot denken wollte, war es endlich soweit: Das Wetter spielte für einige Stunden mit, so musste ich mir keine Sorgen um ein zerstörtes Schwert machen. Also raus in die Natur und ein paar Bildchen vom Nazgul gemacht.

Insgesamt bin ich für ein leider leicht übereiltes Projekt zufrieden, werde aber noch Veränderungen vornehmen. Vor allem die Handschuhe müssen noch besser werden. Mein bisher nicht lösbares Problem hierbei war die Befestigung der einzelnen größeren Teile, da es mit Heißkleber einfach nicht halten will. Wahrscheinlich werde ich auf eine Riemenvariante bauen, wobei alles angeschnallt wird (als ob ich nicht jetzt schon unmöglich alleine in dieses Cosplay komme, hihi)

Da ich bei der Recherche erfahren habe, dass für die Originalkostüme pro Stück 50m Stoff verarbeitet wurden, hatte ich auch sicherheitshalber 15m gekauft. Bisher habe ich gefühlt maximal die Hälfte davon eingearbeitet, ein paar Verbesserungen und damit mehr Stofffetzen etc anbringen.
Prinzipieller Aufbau vom Kostüm bisher sieht wie folgt aus: Eine etwa bodenlange Robe, mein Stoff hat es gerade so zugelassen, das ich in der Breite einfach alles aufzeichnen konnte, also eine schmale Ärmelversion und dann dem Stoffverlauf folgend den Torsobereich der Robe… Vermutlich wären hier Skizzen hilfreicher… ^^‘

Direkt an der Robe auf Taillenhöhe angebracht ist ein verunglückter Poncho, dessen Halsöffnung zu weit wurde und der allgemein zu groß geraten war, erinnert eher an einen Tellerrock und bauscht den Rockbereich etwas auf (und lässt super Löcher und Fetzen auf dem Untergrund von der Robe darunter erscheinen).
Darüber kommt eine kurze Tunika mit den extraweiten Ärmeln, diese reicht etwa bis knapp über die Taille, damit man den Anschluss des „Tellerrocks“ an die Robe darunter nicht sieht. Hier habe ich für den Effekt den Saum eingeschnitten. Als nächstes Teil folgt eine Art Poncho, der erste Versuch war wesentlich zu groß, aber ich konnte ihn ja glücklicherweise an anderer Stelle weiterverarbeiten. :)
Der aktuell verwendete Poncho reicht gerademal bis zur Hälfte der Schultern, hängt aber vorne und hinten ein gutes Stück bis mindestens unter die Brust runter. Mit sehr vielen Löchern und Schnitten verziert verstärkt er den Nazgul-Look deutlich x)


Letzter Part, die Kapuze. Das war etwas schwieriger und ist noch nicht ideal. Die Kapuze selbst ist nicht so schwer, keine Sorge, aber diese Nazgulansicht war schwerer. Eine einfache Kapuze, die vorne normalerweise mindestens euer halbes Gesicht verdecken würde, wenn sie runterhängen würde, und von der Länge reicht meine fast bis zur Taille. Allerdings ist sie dann bis auf Schulterhöhe eingeschnitten, diese langen Fetzen werden dann aufgeteilt in einige für vorne und ein paar für hinten (ich für meinen Teil hatte sonst große Probleme und muss da noch weiter dran arbeiten, das man meinen Hals sah und eventuell ein paar Haare… eher Nazgul-untypisch).
Für das Gesicht war ich erst am Überlegen, mich schwarz anzumalen und Kontaktlinsen zu tragen und alles… naja das wäre ziemlich aufwendig, umständlich und doch sehr erkennbar gewesen, also habe ich die Idee verworfen und mich an die Morphsuits erinnert, die ich um Fasching herum bewundern konnte. Praktischerweise gibt es diese auch nur für den Kopf, also habe ich einen in schwarz. Dazu sei kurz gesagt: Lesen ist durch die Teile sehr schwer, man erkennt kaum etwas, man sieht sonst aber recht gut, es ist alles nur etwas dunkler, etwa wie eine Sonnenbrille. Beim Anziehen musste ich leider immer auf meine Piercings achten, die wurden etwas eingedrückt und schauten wohl auch heraus… Oh und man sollte etwas bei den Augen und der Nase sehen, das man da nicht zu sehr zieht und es zu straff hat, denn meine Nase war nach einigen Stunden ziemlich eingedrückt und tat weh, nachdem ich den Morphsuit neu justiert hatte war es aber überhaupt kein Problem mehr. :) Und zu den Augen, das kann auch sehr ungewohnt sein, weil der Stoff fast auf den Augen liegt :s Und man sollte nicht glauben, alle 3 Herr der Ringe Teile in der Extended Version mit einem Morphsuit sehen zu können. Beim zweiten Teil habe ich nur noch verschwommen gesehen und musste für die Filme den Morph ausziehen.


Mal eine Ansicht aus der Geisterwelt oder so ;)
Über dem Morpsuit habe ich als Notlösung einfach eine Cappy getragen, damit war erstmal das Ziel vom etwas längeren Kopf erreicht und in den meisten Fällen sah man auch nicht, was da unter dem Stoff verborgen wurde. Für spätere Versionen werde ich da wohl noch umbauen. Vor allem sollte dann die Kapuze daran befestigt werden, denn normalerweise wird die Sicht zu den Seiten komplett versperrt durch die Kapuze. Mit dem Morphsuit und etwas Wind gepaart sah ich dann teils so gut wie gar nix mehr, das hatte zwar scheinbar einen tollen Nazgul-Effekt, da die ja auch nicht so gut sehen können, aber insgesamt ist es schwierig gewesen, sich gut zu orientieren. In der optimierten Version wird das alles hoffentlich besser :D


Kommen wir zu den schicken Rüstungsteilen, da der Nazgul-Look ohne diese nicht so richtig klappt und wir mit Pech für Dementoren gehalten werden oder so D=


Für die Hände habe ich Worblas Finest Art verwendet, die auf den Fotos sichtbar fehlenden Teile liegen hier noch herum (bzw sind Umzugsbedingt in einem Karton verstaut) und warten darauf, dass ich eine sinnvolle Befestigungsmethode entwickle. Ich hatte im Vorfeld einfach im Film gestöbert, mit Screenshots das Design auf Papier übertragen, auf jeden Finger angepasst von der Größe her, das Ganze mit Worbla ausgeschnitten und geformt. Danach mit Silberfarbe eingefärbt und auf dünne, lange, schwarze Handschuhe mit Heißkleber geklebt. Für die Schuhe fehlte bisher die Zeit, leider. Nach dem Umzug wird das Kostüm weiter ergänzt und dann möchte ich hierfür entweder auch Worbla verwenden oder mit Moosgummi oder Ton arbeiten… Zumindest antesten wollte ich beide Techniken auch noch. Insgesamt bin ich aber momentan der Meinung, dass Worbla sich im Preis-Leistungs-Verhältnis besser schlägt als Moosgummi. Das mag aber auch daran liegen, dass ich bisher keines günstig gefunden habe XD


Es fehlt noch das Schwert, es war mein allererstes und könnte besser sein von der Oberfläche her und der Klingenform, da ich aber sehr viel Arbeit in den Malprozess gesteckt habe und allgemein in das Baby, ist es mir sehr ans Herz gewachsen und wird wohl so bleiben wie es ist. Es wird vielleicht noch ein paar Geschwister kriegen XD

Beitrag zum Gewinnspiel von www.mycostumes.de
Aber mehr dazu in einem seperaten Post, sonst werde ich hiermit heute nicht mehr fertig. Kommen wir nun zu einer kleinen Slapstick-Einlage, die mich auch einmal gut angespornt hat, diesen Post pünktlich und doch mitten in meinem Umzug zu verfassen: Ein tolles Gewinnspiel :)
Dieser wundervolle Laden hat neben dem Onlineshop ein wunderschönes Ladengeschäft in Frankfurt, wo ich im Sommer mein erstes Worbla für ebendieses Projekt gekauft habe und mich sehr zusammenreißen musste, nicht mein ganzes Erspartes für andere tolle Sachen auszugeben.


Ich gebe zu, das Jedi-Kostüm kann man zu den Guten zählen, aber irgendwie schoss mir, sobald ich von dem Gewinnspiel erfuhr, dieser Spruch durch den Kopf und deshalb musste es einfach sein. Sailor Moon ist für mich eine große Inspiration, aber bisher kein Ziel von Cosplay gewesen, aber mit diesen Flügeln wäre die Verpflichtung wohl nicht mehr von Hand zu weisen, sich in dieser Richtung zu betätigen =D


So, bevor dieser Post ins Unendliche wächst… Über das Schwert vom Nazgul wird noch ein Entstehungspost folgen, bei Bedarf auch noch mehr Hintergrundinfos zum Nazgulprozess und ja… Pläne für 2013 liegen auch schon ein paar vor, aber gerade ist der Umzug wichtiger und sobald der über die Bühne ist, werde ich mich mehr damit befassen. Achja, trotzdem plane ich sehr bald, noch einen Facebook-Account für den Cosplay-Progress einzurichten, wobei ich dort wohl alles auf Englisch verfassen werde. Den Blog wird dies mit Glück insofern beeinflussen, das ich mehr schreiben werden (großes Daumendrücken an dieser Stelle!)
Damit bin ich erstmal raus für dieses Jahr, wünsche allen einen besinnlichen Jahreswechsel und ein frohes neues Jahr :D
Was mir gerade einfällt und noch dringend gesagt sein muss: Zu meinen Weihnachtschaos bezüglich leckerem veganen Essen wird auch noch etwas folgen, allerdings wäre das unklug im Vorfeld gewesen, da meine nette Coautorin sonst gewusst hätte, was sie geschenkt bekommt ;)
I want a clean cup, let's all move one place on~
Xeno
 


Sonntag, 2. Dezember 2012

Und seitdem will die Zeit nichts mehr von mir wissen



Lange Zeit war jetzt hier Funkstille, das lag eindeutig an zu viel Sachen für die Uni (kommt halt davon, wenn man allein Sachen für 2-4 Leute macht) und chronischem Zeitmangel. Ich hoffe nun nur noch, dass es sich in den Winterferien etwas ändert, aber mal sehn. Nebenher werde ich dann auch noch umziehen, also falls dann doch kein Internet mehr da ist so um die Jahreswende herum… Dann muss ich von der Uni aus bloggen :)
Heute wollte ich ein längst überfälliges Rezept posten und dann direkt schon ein tolles, großes, (fast) fertiges Cosplayprojekt vorstellen: Meinen Nazgul <3
In unserer Uni war ein Herr der Ringe Marathon (mit den Special Extended Versions) und naja… Da musste es einfach sein, ich hab mich in das Projekt Nazgul gestürzt, es kann sich wohl schon sehr sehen lassen, auch wenn noch einige Sachen dank Zeitmangel (mal wieder) nicht fertig wurden und ich das alles noch nacharbeiten werde. Aber einen schönen Fotoshoot gab es sowieso auch noch nicht. Also von daher… Da werden noch im Laufe des Jahresendes ein paar Progress-Posts kommen. Nun aber zu dem versprochenen Rezept:


Nom nom nom Kürbisbandnudeln

Leckerste Kürbis(/Zucchini-)nudeln selbstmachen

Das Grundrezept ist sehr simpel, (das „bauen“ der Nudeln ist das schlimmste,) es könnte auch mit anderem Gemüse funktionieren, aber das habe ich noch nicht ausprobiert. Vermutlich müsste man nur nach einem ähnlichen Wassergehalt oder so schauen… Also, grobe Mengen:
Für 4 Personen sollte man schon mit einem Kilo Gemüse rechnen (beim Kürbis auch etwas Kerne und evtl Schale einrechnen und abziehen, damit 1kg Fruchtfleisch da ist!) und pro 500g Kürbis/Gemüsefleisch dann grob 600g Mehl einplanen. Gerne kann man sicher auch mehr machen, die Nudeln halten sich auch etwas und sind angebraten (oder mit Wilmesburger überbacken) ein Traum.

Gemüse in kleine Stücke schnibbeln, etwa gleichgroß, dann in etwas Salzwasser garen. Hängt von der Stückgröße und mehr ab, einfach mal testen, wenn der Kürbis zerfällt… Auch kein Weltuntergang. Denn nun wird alles abgetropft und püriert. Auf 500g Kürbis kommen etwa 2EL (Oliven-)öl und eine schöne Prise Salz, auch etwas Pfeffer, und weil es vor allem zu Hokkaidokürbis so gut passt, frisch gehobelte Muskatnuss (bei mehr einfach anpassen). Dann nach und nach das Mehl hinzufügen und einen Teig kneten. Vorsicht, euer Gemüsepüree ist verdammt heiß und wenn ihr nicht wie Gollum im Schicksalsberg enden wollt (zumindest eure Knethand), dann passt da bloß auf (ich habe das ja schon getestet…)

Ihr fügt nach und nach Mehl hinzu, bis euer Teig nur noch an sich selbst und nicht mehr an euch und der Schüssel kleben will. Dann geht’s ans Werk mit dem Formen. Die ersten Male habe ich aus diesem Rezept Gnocchi gemacht, unzählige Male. Das war dann immer schön die gleiche Arbeit: Etwa fingerdicke Rollen formen, davon dann daumennagel oder etwas größere Stücke schneiden und (wer das braucht oder schön findet) noch einmal mit der Gabel Rillen reindrücken. Ich habe das immer gelassen, weil das meist mit 2kg Kürbis gemacht wurde und ja… Beim Essen hat keiner die Rillen vermisst :D

Alternativ kann man den Teig auch ganz normal wie jeden frischen Nudelteig durch eine Nudelmaschine jagen. In dem oberen Bild ist der erste Maschinenversuch zu bewundern, den ich mit Yinobia zusammen fabriziert habe. Dazu wurden kleine Kugeln Teig erst zu Platten durchgedreht und dann durch den Tagliatelleaufsatz gejagt.

Zucchini-Gnocchi
Wenn etwa die Hälfte des Teiges schon in Form gebracht wurde (um Nudeln am Festkleben an ihren Nachbarn oder der Umgebung zu hindern, einfach mit etwas Mehl bestäuben), sollte man spätestens einen großen Topf Salzwasser aufsetzen und die Nudeln hineingeben in Portionen, sobald es kocht. Bei etwa Daumennagel großen Gnocchi kann man getrost warten, bis sie oben schwimmen, bei den Bandnudeln haben wir immer grob 2-3 Minuten gewartet (sonst kann man auch einfach eine Probe machen) und sie dann rausgefischt.

Dazu gehen die verschiedensten Saucen, auf dem Bandnudelbild haben wir eine Tomatenpilzsauce gemacht, im Sommer habe ich Gnocchi mit meiner ersten Hefeschmelz-so-wie-Käse-Sauce serviert, die Zucchinignocchi gab es auch erst mit Hefeschmelzsauce und dann mit Wilmesburger überbacken die Reste… Da sind keine Grenzen gesetzt, auch ein selbstgemachtes Pesto wird sicher sehr gut passen!

So solltet ihr mit leckersten Nudeln sehr schön schlemmen können, hoffentlich schmecken eure Versuche, ich wünsche viel Erfolg und guten Appetit :)
I want a clean cup, let's all move one place on~
Xeno